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International  Damen 1  Herren 1 

European Games: Damen unterlagen Polen, Herren Dänemark

Herber Tiefschlag für Österreichs erfolgsverwöhntes Tischtennis-Team bei den European Games in Minsk (BLR). Nach den Enttäuschungen im Rahmen der Individual-Bewerbe folgten zwei 1:3-Niederlagen im Mannschafts-Viertelfinale: Erst unterlagen die Frauen Polen, dann die Männer Dänemark.

Erstellt von Markus Riedlmayer
Daniel Habesohn/Robert Gardos - Copyright PLOHE

Wie schon im Einzel – die Big Points wurden nicht verwertet: Dabei lief bei den Männern alles nach Plan. Unsere Doppeleuropameister Robert Gardos/Daniel Habesohn starteten perfekt, schlugen Anders Lind/Tobias Rasmussen mit 3:0. Danach war Stefan Fegerl gegen den EG-Silbernen Jonathan Groth chancenlos, verlor 0:3. Doch das Schlüsselspiel ging an Dänemark: Gardos führte gegen Lind 1:0 und 2:1 in Sätzen, verlor dazu den zweiten Durchgang nach einer 9:5-Führung! Im Entscheidungssatz verjuxte der 40-Jährige dann sogar eine 9:4-Führung und verlor 2:3. 

Damit ging Dänemark 2:1 in Führung und Groth konnte mit einem 3:0-Sieg gegen Daniel Habesohn den Sack zumachen und die „Nordlichter“ ins Halbfinale führen.

Beim 1:3 gegen Polen glänzte nur Liu Jia

Den einzigen positiven Akzent konnte Liu Jia setzen. Die Linzerin, die nach einer Sommergrippe erst kurz vor dem Teambewerb nach Minsk gereist war, konnte ihr Einzel gegen Natalia Partyka mit 3:1 gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt war das Team von Bundestrainer Liu Yan Jun aber schon 0:2 in Rückstand geraten.

Zunächst mussten sich Amelie Solja/Liu Jia im Doppel Natalia Partyka/Natalia Bajor mit 1:3 geschlagen geben, dann folgte der entscheidende Rückschlag, verlor Sofia Polcanova ihr Einzel gegen Polens Nummer eins, Li Qian, mit 0:3. Dabei vergab die EM-Dritte im dritten Durchgang zwei Satzbälle . . .

Diese Negativserie setzte Sofia Polcanova auch im vierten und letzten Spiel gegen Polens Meisterin, Natalia Bajor, fort: Bei der 1:3-Niederlage vergab die Linzerin in den Durchgängen eins und drei insgesamt fünf Satzbälle. Damit war das bittere Aus gegen Polen besiegelt.

Geknickt meinte die 24-Jährige danach: „Die Saison ist schon lange, ich brauche jetzt ein paar Tage Abstand. Dazu kam, dass ich mich von der knappen Achtelfinal-Niederlage gegen Han Ying nicht erholen konnte, mein Selbstvertrauen einfach nicht mehr da war. Nach ein paar Tagen Auszeit geht es weiter mit dem T2-Einladungsturnier in Malaysia.“ 

Fazit zum Auftritt des ÖTTV bei den European Games von Sportdirektor Karl Jindrak: „Das ist sehr enttäuschend.“ Sport-Vizepräsident Peter Eckel ergänzt: „Die Auslosung hat in allen Bewerben, außer bei Sofia Polcanova im Damen-Einzel berechtigte Hoffnung auf das eine oder andere Semifinale gegeben. Karl Jindrak und ich werden mit den Spielern eruieren, woran es gelegen hat. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Olympia-Qualifikation. Es gibt noch einige Möglichkeiten dafür.“

European Games in Minsk (BLR/bis 29.6.):

Herren-Team 
Viertelfinale:
Österreich (4) – Dänemark (12) 1:3
Robert Gardos/Daniel Habesohn – Anders Lind/Tobias Rasmussen 3:0 (9, 8, 12)
Stefan Fegerl – Jonathan Groth 0:3 (-6, -4, -0)
Robert Gardos – Anders Lind 2:3 (9, -9, 8, -3, -11)
Daniel Habesohn – Jonathan Groth 0:3 (-8, -6, -9)

Damen-Team 
Viertelfinale:
Österreich (4) – Polen (7) 1:3
Amelie Solja/Liu Jia – Natalia Partyka/Natalia Bajor 1:3 (-5, 7, -6, -5)
Sofia Polcanova – Li Qian 0:3 (-5, -11, -11)
Liu Jia – Natalia Partyka 3:1 (10, 8, -6, 11)
Sofia Polcanova – Natalia Bajor 1:3 (-12, 7, -10, -7)