Die TT-Bundesliga historisch betrachtet

Noch vor unseren bundesdeutschen Nachbarn – sie starteten erst 1966/67 - gelang dem ÖTTV mit der Einführung der „Staatsliga“ für Herrenmannschaften in der Saison 1962/63 ein zukunftsweisender Schritt. Die besten Mannschaften Österreichs im wöchentlichen Wettstreit jeder gegen jeden.

Die zweite Leistungsstufe bildeten vorerst drei Regional-Ligen, ab Saison 1973/74 dann die österreich-umfassende „Staatsliga B“.  Die Damen folgten erst etwas später – zunächst im Austragungsmodus  mit Herbst-/Frühjahrsrunde, danach mit Sammelrunden, wie es auch heutzutage noch praktiziert wird.

ATUS Traismauer durchbrach die Vorherrschaft der Wiener Vereine in der damaligen Staatsliga A 1973/1974 und wurde mit den Spielern Dr. Rudolf Weinmann, Franz Waldhaüsl und den beiden Eigenbauspielern Gerhard Ast und Heinz Falkensteiner österreichischer Mannschafts-Staatsmeister.

Im selben Jahr wurde nach Beendigung der Meisterschaft zum ersten und bislang einzigen Mal der österreichische Tischtennis Cup in Korneuburg ausgetragen, wobei sich ATUS Traismaier diesen Cuptitel ebensfalls sichern konnte, diesmal mit Joset Rottenberg statt statt Franz Waldhäusl.

Bis 1972 kam der Meister fast ausschließlich aus Wien – allein viermal hieß der Meister ALFA Straßenbahn. Überragender Spieler dieser ersten Dekade: Heinz Schlüter (*02.10.1948), der später als Profi nach Deutschland wechselte und dort beruflich wie privat sein Glück fand.

Danach brach die Zeit der Bundesländer-Vereine an – kein Wiener Verein kam seither wieder zu Meisterehren. Kuchl, Langenlois, Stockerau, Hornstein und schließlich der SVS Niederösterreich aus Schwechat waren die tonangebenden Mannschaften.

Stefan Kollarovits (*11.05.1945) war der erste „Legionär“ der Liga. Der Pressburger Europaklassemann spielte ab Saison 1973/74 über zehn Jahre lang beim Wiener Verein Komperdell. Es wurde in dieser Zeit zwar nie ein Meistertitel erreicht, doch dreimal (1975, 1979 und 1980) konnte Kollarovits die Einzelranglistenwertung gewinnen. Die Verpflichtung weiterer Legionäre folgte: Die Brüder Stanislaw und Zbigniew  Fraczyk aus Polen, Ding Yi und Qian Qianli aus China, die komplett ungarische Weltmeister-Mannschaft von 1979 (Jonyer, Klampar, Gergely) spielte zeitgleich bei verschiedenen Clubs in der Bundesliga, der Weltklasse-Spieler Andrzej Grubba aus Polen ;  um nur wenige zu nennen.

Einige dieser Legionäre wurden österreichische Staatsbürger und somit Protagonisten der Nationalmannschaft.

Seit 2000 stellt der SVS Niederösterreich mit Zugpferd Werner Schlager ununterbrochen den Sieger in der Herren-TT- Bundesliga. Bei den Damen kristallisierte sich TT-Club Linz AG Froschberg als über die Jahre dominanter Damen-Tischtennis-Club heraus.

Als absoluter sportlichen Höhepunkt dieser führenden österreichischen Bundesligavereine dürfte  bei den Herren der Gewinn der European Champions League (2007/2008) durch den SVS Niederösterreich und  bei den Damen der  Gewinn der European Women Champions-League (2009) durch den oberösterreichischen TT-Club  Linz AG Froschberg gewertet werden.